Pflastersplitt und Fugensplitt: Körnung, Menge und Verlegung

Was ist der Unterschied zwischen Pflastersplitt und Fugensplitt? Dieser Ratgeber erklärt Körnungen, Bettungsdicken, Mengenberechnung und worauf beim Verlegen von Pflaster auf Splittbett zu achten ist.

7. Juni 20268 Min. Lesezeit
Pflastersplitt und Fugensplitt: Körnung, Menge und Verlegung

Splitt ist das Verbindungselement zwischen Tragschicht und Pflastersteinoberfläche. Die Wahl der richtigen Körnung und die sorgfältige Verarbeitung entscheiden darüber, ob das Pflaster dauerhaft stabil bleibt oder sich nach wenigen Jahren verschiebt und absenkt.

Pflastersplitt vs. Fugensplitt: Der Unterschied

Pflastersplitt (Bettungssplitt) wird als Bettungsmaterial unter Pflastersteinen eingesetzt. Er gleicht Unebenheiten in der Tragschicht aus und erlaubt nach dem Verdichten eine präzise Höheneinstellung der Pflastersteine. Körnung: typisch 2/5 mm oder 1/3 mm.

Fugensplitt wird nach dem Verlegen der Pflastersteine in die Fugen eingebracht. Er fixiert die Steine seitlich, verhindert Verschieben und ermöglicht Wasserinfiltration. Körnung: 1/3 mm oder 0/5 mm (feiner als Bettungssplitt).

Beide bestehen aus gebrochenen, kantig-rauhen Körnern — nicht aus rundem Kies. Die Kantigkeit sorgt für Verzahnung und Stabilität.

Körnungsklassen nach DIN 13043 / DIN EN 12620

Im Pflasterbau werden folgende Körnungen verwendet:

  • 1/3 mm: Feiner Bettungs- und Fugensplitt, für feine Pflastersteine und enge Fugen (< 5 mm)
  • 2/5 mm: Standard-Bettungssplitt für Betonpflastersteine mit Fugenbreite 3–6 mm
  • 4/8 mm: Gröberer Bettungssplitt für Großsteinpflaster und Naturstein mit weiten Fugen
  • 0/5 mm: Fugensand/Fugensplitt-Gemisch für breite Fugen und Stabilisatorzusatz

Die Fugenbreite des Pflastersteins bestimmt die maximale Körnung des Fugenmaterials: Körnung ≤ 1/3 der Fugenbreite.

Bettungsdicke: Wie viel Splitt unter dem Pflaster?

Die Bettungsschicht besteht aus Splitt und wird unverdichtet eingebaut, dann durch das Verlegen und Abrütteln der Pflastersteine verdichtet. Die Richtwerte nach ZTV Pflaster:

  • Unverdichtet: 4–6 cm
  • Verdichtet: 2–4 cm

Mehr als 5 cm unverdichtete Bettung sollte vermieden werden — zu viel Splitt unter dem Pflaster führt zu ungleichmäßiger Verdichtung und Setzungen. Die Tragschicht muss die Pflasterbettung tragen, die Bettung selbst ist kein strukturelles Element.

Mengenberechnung: Bettungssplitt und Fugensplitt

Bettungssplitt: Fläche (m²) × Bettungsdicke verdichtet (m) × 1,3 (Auflockerungsfaktor) × Schüttdichte (ca. 1,5 t/m³)

Beispiel: 50 m² Pflasterfläche, 3 cm Bettung verdichtet: 50 m² × 0,03 m × 1,30 × 1,5 t/m³ = ca. 2,9 Tonnen Bettungssplitt

Fugensplitt: Faustregel: ca. 0,5–1 kg Fugensplitt pro m² Pflasterfläche für eine erste Befüllung; bei Nachfüllungen je nach Fugenbreite und -tiefe.

Für 50 m² Pflasterfläche ca. 25–50 kg Fugensplitt einplanen.

Verlegung: Was häufig falsch gemacht wird

Die häufigsten Fehler beim Verlegen auf Splittbett:

  • Splitt vorher verdichten: Falsch. Bettungssplitt wird unverdichtet eingebaut, die Verdichtung erfolgt mit dem Pflasterstein zusammen beim Abrütteln.
  • Zu nassen Splitt verwenden: Feuchter Splitt klebt und lässt sich schlecht abziehen. Trockener oder leicht feuchter Splitt für die Bettung.
  • Splitt abziehn und dann lange liegen lassen: Nach dem Abziehen sollte das Pflaster unmittelbar verlegt werden — Regen oder Betreten verändert das abgezogene Bett.
  • Fugen nicht vollständig füllen: Unvollständig verfugte Pflastersteine verschieben sich unter Last. Mehrfaches Einkehren nach Beregnung ist normal.

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Häufige Fragen

Kann ich Pflastersplitt auch als Fugensplitt verwenden?

Nicht immer. Bettungssplitt (2/5 mm) kann bei ausreichend breiten Fugen (> 5 mm) auch als Fugensplitt verwendet werden. Für enge Fugen (< 5 mm) braucht man feineren Fugensplitt (1/3 mm).

Wie oft muss ich Fugensplitt nachfüllen?

Nach dem ersten Einbau setzt sich der Fugensplitt durch Beregnung und Belastung. Ein zweites Einkehren nach 4–8 Wochen ist üblich. Danach ist Nachfüllen nur bei Erosion oder Pflasterverschiebungen nötig.

Splitt oder Sand als Bettungsmaterial — was ist besser?

Splitt ist für Pflasterbettungen nach aktuellem Regelwerk (ZTV Pflaster, RStO) bevorzugt, weil er drainagefähiger ist und weniger zu Setzungen neigt. Sand kann sich unter Wassereinfluss ausweichen. In Regionen mit hohem Frost-Tau-Wechsel ist Splitt klarer zu bevorzugen.

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